Clausnitz….

Nun, da wird schon genug geschrien und geschrieben und sicherlich von Menschen, die davon mehr verstehen und den größeren Überblick haben als ich.

Ich denke auch, dass die Polizei nicht anders konnte, als die Asyslanten möglichst schnell aus dem Bus zu evakuíeren. Und wenn die „Vorgehensweise“ nicht unbedingt kuschelig und nett war, ist das schade, aber ich kann gut reden, ich war nicht dabei.

Was sich mir allerdings nicht erschließt, ist dass sie nicht Verstärkung angefordert haben, und gegen diese nicht genehmigte spontane Demonstration von sogenannten besorgten Bürgern genauso unkuschelig vorgegangen sind, wie dann beim Evakuieren des Buses.

Aber von Provokation durch die im Bus festsitzenden Flüchtlinge zu reden und als Beispiel anzuführen: ein zehnjähriger Junge der der Menge den Stinkefinger zeigt und eine aufgeregte Frau, die symbolisch ihre Verachtung zeigt, in dem sie auf den durch die Windschutzscheibe geschützten Mob spukt, klingt schon etwas dünn. Beide Aktionen waren sicherlich eher dumm als nutzbringend. Aber mal ehrlich sie zeugen auch von Mut.

Und seit wann ist es verboten mit Handies zu filmen? Und warum durfte ein Kameramann in der Gruppe filmen und das Ganze dann veröffentlichen und sich stolz präsentieren mit „Wir sind das Volk?“

 

 

 

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kleine Schritte, Farbe bekennen … für mich selbst … ein Licht im Fenster

Schweigen ist Zustimmung.

Da ich aber keine Person bin, die laut und groß streiten kann,  ist die Überlegung, wie kann ich Zeichen setzten?

Für mich und vielleicht auch für andre?

Ich habe heute ein Seelenlicht angezündet und in den Garten gestellt.  In Gedenken an alle Seelen,  die dem Hass zum Opfer gefallen sind und fallen und noch fallen werden.

Wie lange ich das durchhalten werde, kann ich nicht sagen. Aber für heute und die nächsten Tage … mein kleines Zeichen.

Für die Toten in Paris, Beirut, in Syrien, Palästina, Israel, Ägypten,  auf dem Weg nach Europa, in Europa, für die getöteten Babies, für Misshandelte und Folteropfer auf der ganzen Welt, für jeden und jede, die leiden.

Es gibt viel Elend auf der Welt. Wenn ich könnte, würde ich in die Hände klatschen und alles wäre gut. – Wobei ich befürchte, irgendjemand wäre dann auch wieder unzufrieden, weil sein Ambrosia rosa ist und nicht lila… –

Da ich das nicht kann, setze ich kleine Zeichen für mich.

Früher stellte man eine Kerze ins Fenster, damit die Geliebten heimfanden.

Ein Licht für den Frieden und die gegenseitige Achtung.

Wie war das damals?

Wie war das damals als die Juden aus Deutschland flüchteten? Wurden sie in den anderen Ländern mit offenen Armen aufgenommen? Haben die Menschen in den anderen Staaten die Arme geöffnet und gesagt: „Kommt her. Wir rücken zusammen,  wir machen Platz, das ist fürchterlich, was dieser Mann und seine Anhänger da machen.“

Oder war es eher so: “ Ihr hättet da bleiben müssen und dagegen ankämpfen. Seid doch selber schuld. Ihr seid alles nur Wirtschaftsflüchtlinge. Geht dahin zurück, wo ihr hergekommen seid. Wir haben selbst genug Probleme und so schlimm, wie ihr behauptet kann es gar nicht sein.“

Wie ist es heute? In Nordafrika? In Bangladesh? In Palästina? In Ruanda? In Äthiopien? In Burma?

Wie würde ich reagieren, wenn von mir verlangt würde, einen Teil meiner Wohnung an Menschen abzutreten, die mir total fremd sind? Würde ich mich weigern , sie zu beherbergen, weil ich in meiner Bequemlichkeit gestört werde? Würde ich sie ins Meer zurück schicken?