Aus dem Briefverkehr einer zukünftigen Bestseller-Autorin ;) Sonntag, 19. November 17

Liebe Fanny,

… Ich bin natürlich total begeistert, dass du beschlossen hast, den Alexandra-Scherer-Fan-Club zu gründen. Und noch begeisterter bin ich, dass du mich zur Ehrenvorsitzendenden gemacht hast.

Dass ich von dir als Gründungsmitglied mit der Nummer 1AAA den Güldenen Ausweis mit der Nummer 1AAB zugeschickt bekomme, ehrt mich doch sehr. Aber ein kleines bisschen irritiert bin ich dennoch, dass du von mir einen Mitgliedsbeitrag willst. Du wirst sicher verstehen, dass ich als angehende Berühmtheit im Sektor der illustren Schriftsteller noch nicht in der Lage bin, pekuniäre Verpflichtungen einzugehen. Andererseits erkläre ich mich gerne bereit, dir und auch weiteren Fans meiner Machenschaften Werke einen Einblick in mein Leben zu geben.

Ich möchte dich aber schon einmal darauf aufmerksam machen, dass die Rechte an meinen Briefen bei mir liegen, allein bei mir und wenn irgendwann in der nicht allzu fernen Zukunft alle Verlage bei mir vor der Tür Schlange stehen, um mich unter Vertrag zu nehmen, dann sei bewußt, dass nur ich allein von dem Geld profitiere.

Nun zu deiner Frage: Heute morgen aufgewacht mit dem festen Vorsatz an meinem Roman weiter zu schreiben. Allerdings musste ich dann zuerst Schnee schippen. Denn dummerweise hat sich das Wetter nicht an meine Vorgaben gehalten. Ich habe eigentlich erst für den 22.Dezember Schnee bestellt. Aber du weißt ja sicherlich, wie das so mit den Lieferanten ist. Man liest es ja regelmässig bei Facebook, dass die die Pakete nicht abgeben und behaupten, man sei nicht da gewesen und dann landet alles beim Nachbarn.

Ich nehme an, mit dem Schnee verhält es sich ähnlich, der war sicher in den Ski-Gebieten bestellt wurde hier abgegeben. Jetzt müssen wir halt warten, bis er abgeholt wird.

Inzwischen liege ich auf meinem Sofa sitze ich an meinem Arbeitsplatz und verfassse diese kurzen Zeilen, mit einer Tasse heißen Kaffee neben und teilweise auch schon in mir.

Das Feuer im Ofen Kamin brennt.

Ich lege noch ein Bild bei, wie es zur Zeit in meinem Garten aussieht. Allerliebst… mit dem blöden Schnee.IMG_20171119_103827

In der Küche brodelt ein Süppchen, die Knöchelchen klappern fröhlich vor sich hin und ich freue mich schon auf die heiße Brühe.

Aber zurück zum Thema:

Ja ich bekomme viele Freundschaftsanfragen auf Facebook und im Prinzip nehme ich auch alle an. Leider muss ich viele wieder relativ schnell aussortieren, denn so viele verwittwete amerikanische Millionäre, mit militärischer Vergangenheit, die nach einer neuen Lebensgefährtin suchen, kann ich leider nicht glücklich machen. Und da würde sich auch die Frage stellen: was mache ich mit meinem Bayern?

Die andere Frage: Woher ich meine Inspiration nehme? – Meine Kreativität hat die Gestalt der Chesire Cat aus Alice im Wunderland. Du kennst vielleicht den alten Disney Film? Ungefähr so. Dick, verfressen und faul. Manchmal da und manchmal nicht da. Manchmal nur teilweise. Seitdem ich ihr ab und an eine Schale mit Lasagne hinstelle, kommt sie öfters vorbei. Momentan liegt sie auf dem Sofa vor dem Feuer, deshalb sollte ich wohl meinen Brief an dich für heute beenden und mich schleunigst ans Laptop setzen, und zu schreiben beginnen. Nicht dass Grinsekatz sich wieder verkrümmelt.

Jederzeit bereit, deine und auch die Fragen eventuell neuer Mitglieder meines ersten Fan-Clubs zu beantworten, verbleibe ich aus dem verschneiten Wangen.

Deine

Alexandra 🙂

Advertisements

Helfen…Miteinander … Solidarität

Wann war das? Muss schon ein paar Jahrhunderfluten her sein…

Ich erinner mich, da sind in einem Sommer viele Menschen aus dem Süden dieser unserer Republik spontan gen östliche Gefilde in dieser unserer Republik gefahren. Nein. Nicht um Urlaub zu machen…sondern, um zu helfen.

Sowohl organisisert, via THW, DRK, JUH, und und, als auch privat.

Ich erinner mich an einen Kleinbauern aus meiner Ecke, der auf eigene Kosten mit seinem Traktor und Anhänger nach Sachsen-Anhalt fuhr, um Tierfutter (aus eigener Produktion) zu geben, denn er sagte: „Die werden das sicher brauchen. Nach dem langen Regen und der Flut, hungern die Tiere doch und die Landwirte werden Probleme haben, gutes Heu zu finden.“

Da waren die Taucher der THW aus anderen Bundesländern, die versuchten die Deiche abzudichten, die Leute aus diversen Bereitschaften der REttungsdienste, die ihren Urlaub dran gaben, um in Suppenküchen zu arbeiten, den Leuten auf den Deichen medizinischen Unterstützung zu geben und und und.

Und natürlich auch die Leute selber: Sie haben sich selbst gegenseitig gestützt, geholfen und sind nach der Arbeit auf die Deiche, Sandsäcke hieven.

Da war diese eine Frau, die in der Unterkunft der Rettungskräfte auftauchte und eine riesengroße Portion Donauwellen brachte, als kleines Dankeschön für die Hilfe, die geleistet wurde.

Ich habe sie bewundert, die Ossis, die sagten:  „Es ist wie es ist, und da müssen wir durch. Wir schaffen das!“ Viele haben damals ihr Heim verloren, als die Deiche dann doch brachen. Aber sie haben sich gegenseitig geholfen und es gab keine Besserwessis und keine Jammerossis. Es gab Menschen, die Hilfe brauchten und Menschen, die sie gewährten. Ohne Hintergedanken, ohne Gehässigkeit.

Ich bewundere diese Leute immer noch. Egal ob Ost oder West. Die Erkenntnis, dass da Hilfe benötigt wurde, die Bereitschaft, das wenige zu teilen, das man hat und das Durchhaltevermögen.

Auch hat damals niemand gesagt: es gibt würdige und unwürdige. Geholfen wurde jedem, ob sympathisch oder unsympathisch.

 

 

 

 

 

Kleiderordnung

Wer hat so ein langes Gedächtniss, dass er sich noch an die anderen Skandale in der europäischen Geschichte erinnert in Bezug auf Kleidung?

Interessanterweise ging es glaube ich, immer um Frauenkleidung.

Oh..stimmt gar nicht… Als die Kreuzritter nach Europa zurückkamen und Hosen im Gepäck hatten, da war die Rede davon, sie sollten keine weibischen Kleider tragen.

Aber um die Wende des 19. Jahrhunderts zum 20. Jahrhunderts wurden Frauen fertig gemacht, die es wagten „Beinkleider“ zu tragen. Bloomers und ähnliches.

Dann wurden die Röcke immer kürzer, aber nur weil während und nach dem Krieg (der erste Weltkrieg…wir erinnern uns … ) Stoff rar war. Je mehr Frauen ihren „Mann“ stehen mussten, desto eher wurde auch akzeptiert, dass sie Hosen anzogen. Zunächst natürlich nur zur Arbeit.

Dann  die Badeanzüge. Ohjemine. Als Frauen es wagten, in öffentliche Bäder zu gehen, war das zu Anfang nur möglich, wenn sie Kleidung trugen, die deutlich mehr verdeckte als die modernen Burkinis.

Es dauerte lange, sehr lange bis wir die moderne Badekleidung tragen durften. Wer erinnert sich noch an die Skandale, als Bikins aufkamen?

Ich will jetzt nicht darüber reden, dass manche Männer und Frauen eventuell attraktiver wirken, wenn sie etwas mehr Hüllen tragen. Ich weiß selber, dass ich auch nicht eine gute Bikinifigur mache.

Wer erinnert sich noch an die Zeit, als bei den Mädchen in der Schule, die Länge der Röcke nachgemessen wurde, damit sie ja nicht zu kurz waren?

Ich finde Bhurkas auch nicht schön. Wenn ich ein Kopftrug tragen soll dann bekomme ich Beklemmungen. Aber wenn jemand privat sowas tragen will. Dann soll sie.

Wohlgemerkt: wenn SIE das will. Nicht weil sie gezwungen wird oder weil eine Religion das verlangt.

Also ertrage ich an öffentlichen Stränden sowohl Frauen in Burkinis, als auch Männer in extrem kurzen Badehosen, die fast nicht zu sehen sind, weil ihre Wampe das bisschen Stoff verdeckt. Ich akzeptiere auch briefmarkengroße Bikinioberteile und Arschgeweihe, die als Bikinihose daherkommen.

Also privat bin ich der Meinung: jeder so wie er/sie will. Öffentlich vielleicht weniger. Wenn ich einen Beruf ergreife, in dem ich ein gewisses sagen wir mal Image vertrete. Und zwar nicht meines sondern das Image meines Arbeitgebers, dann sieht die Chose anders aus. Sprich: wenn  man für den Staat arbeitet, dann sollte man auf aufdringliche persönliche Meinungsäusserungen verzichten. Ob das nun ein Parteiabzeichen ist, ein Kopftuch, um die Religionszugehörigkeit zu demonstrieren,  sind…

Was ich nicht aktzeptieren kann und will ist allerdings, wenn eine oder mehrere Personen es erzwingen wollen, dass in einem Bereich nur Männer oder nur Frauen arbeiten dürfen, und dies mit Religion begründen und es dann auch durchsetzen.

Frauenbad in Basel

Beispiele?: katholische Priester… , gibt es weibliche Imane?, …

 

 

 

Wie war das damals? Fragen an meine Eltern

Ich war ja in den 1960ern und 1970er noch relativ jung und habe vieles nur so am Rande irgendwie mitgekriegt.

Reflektiert sicher nicht. Als Kind lebt man ja eigentlich nur :).

Momentan mit den ganzen Terroranschlägen, der allgemeinen Verunsicherung und den Diskussionen drängte sich mir der Gedanke auf, dass das doch ähnlich sein müsste, wie damals als die RAF in Deutschland so aktiv war.

Wie war damals das Gefühl? War die Angst auch da, dass man beim Einkaufen vielleicht in einen Anschlag geraten könnte?

Oder in Nordirland? Die IRA und die Protestanten? Gibt es oder gab es gefühlt einen Unterschied für die Menschen, die unter diesen Anschlägen leiden mussten zur Situation heute?

Oder Israel und die Palästinenser?

Und wenn ich so darüber nachdenke, und meine Gefühle zu sortieren suche, dann fällt mir auf, eigentlich ist das ja noch gar nicht so lange her.  …